Ja zur WM. Nein zur FIFA. Solidarität mit Protesten in Brasilien.

Veröffentlicht am 13.06.2014 um 10:11 Uhr von

Auf dem gestrigen sportpolitischen Parteitag der Marburger SPD haben wir Jusos folgende Resolution vorgestellt. Sie wurde einstimmig beschlossen:

 

In Brasilien beginnt heute die Fußball-Weltmeisterschaft. Das wichtigste und größte Turnier in der Welt des Fußballs soll Menschen zusammenbringen, Grenzen überwinden und – nicht zuletzt – durch sportlichen Wettbewerb begeistern. Dieses nur alle vier Jahre stattfindende Großereignis droht dieses Mal von breiten Bürger*innenprotesten gegen die FIFA und für soziale Gerechtigkeit überschattet zu werden. Wir stellen fest: diese Proteste haben unsere Solidarität!

An den brasilianischen WM-Austragungsorten werden im Zuge dieser Proteste Schilder mit der Aufschrift „FIFA go home“ hochgehalten. Die Kritik richtet sich gegen Knebelverträge, die das Land zu Investitionen von umgerechnet rund 10 Milliarden Euro in u.A. zu große Stadien gezwungen haben und sowohl der FIFA als auch ihren Sponsoren während des Turniers komplette Steuerfreiheit garantieren. Der Fußballweltverband, der immer häufiger durch Korruption und Inkaufnahme von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auffällt, macht aus einer traditionsreichen Sportveranstaltung ein Milliardengeschäft zu Lasten der Brasilianerinnen und Brasilianer, die sich zum übergroßen Teil nicht einmal die überteuerten Eintrittskarten zu den WM-Spielen leisten können. Zeitgleich mangelt es in Brasilien an Geld für Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur. Die Einkommen entwickeln sich dramatisch auseinander und die soziale Ungleichheit steigt bedrohlich an. Auf diese Missstände auch während der Fußball-Weltmeisterschaft hinzuweisen und Verbesserungen zu verlangen ist das gute Recht der Protestierenden und verdient internationale Solidarität.

 

Nicht nur die vielen an den Protesten beteiligten brasilianischen Bürgerinnen und Bürger gewinnen immer mehr den Eindruck, dass die FIFA auf diese Weise den Fußball ruiniert. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zeigen uns solidarisch mit den Protesten in Brasilien. Wir sagen ja zur WM, aber nein zur FIFA und unterstützen die Protestierenden in ihrer Forderung nach sozialer Gerechtigkeit.

Schlagworte: , , , , , , | 0 Kommentare

Kommentare sind geschlossen.

Weitere Meldungen:
Nach Datum | Nach Kategorie | Nach Stichwort