Veröffentlicht am 20.04.2020 um 11:52 Uhr von

Soziale Kälte darf sich nicht wie ein Virus weiter ausbreiten

Die aktuelle Coronakrise stellt Europa vor große Herausforderungen – und es steht nicht weniger als unser gemeinsames Europa auf dem Spiel. Deswegen müssen wir, die europäischen Länder und vor allem die EU jetzt schnell und konsequent handeln!

Als großes Friedensprojekt hat uns die Europäische Union ein Gefühl von Gemeinschaft gegeben. Für uns Jusos Marburg-Biedenkopf ist die europäische Solidarität eine der wichtigsten Grundwerte, für die wir eintreten. Daher verurteilen wir den aktuellen Umgang der EU-Länder untereinander und die vermehrt negative Stimmung auf internationaler Ebene, die sich ebenso wie ein Virus zusammen mit Covid-19 zunehmend in Europa ausbreitet.

Aber das Corona-Virus kennt keine Grenzen. Es macht auch an Ländergrenzen keinen Halt. Daher dürfen wir – symbolisch und ganz praktisch – bei der Bekämpfung dieses Virus erst Recht keine Grenzen kennen! Die Schließung der Grenzen im Schengenraum darf lediglich eine Ausnahme bleiben. Die Pandemie wird nicht durch nationale Alleingänge, nicht durch gegenseitige Schuldzuweisungen besiegt, sondern durch internationale Zusammenarbeit und internationale Solidarität. Nur gemeinsam können wir die Coronakrise überwinden.

Wir stehen aktuell vor großen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Mit großer Disziplin, mit Solidarität, mit ganz verschiedenen Möglichkeiten tragen die Menschen nicht nur im Landkreis Marburg-Biedenkopf dazu bei, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und auch wirtschaftliche Folgen abzumildern – etwa indem sie bei verschiedenen Projekten mitmachen und heimische Dienstleister*innen und Gastronom*innen unterstützen oder indem sie für ihre Nachbar*innen einkaufen und Gesichtsmasken nähen. Diese Solidarität der Menschen untereinander muss ein leuchtendes Beispiel sein – auf nationaler und internationaler Ebene. Durch die Coronakrise darf sich keine soziale Kälte breit machen. Wir müssen enger zusammenstehen! 

Wir fordern deshalb eine sofortige Lösung zur Verteilung der Flüchtlinge, die derzeit auf den Inseln vor Griechenland auf dringend benötigte Hilfe warten. Die Menschen leben dort auf engstem Raum zusammen und sind damit zusätzlich einer besonderen Gefahr durch das Corona-Virus ausgesetzt. Die Menschen in dieser Situation allein zu lassen, hat nichts mit unserem Verständnis von europäischen Werten zu tun und mit der Solidarität, die wir derzeit hier vorleben. 

Daneben haben sich europäische Staaten, wie im besonderen Maße Ungarn, der Demokratie in den letzten Wochen völlig abgewandt. Die Pandemie dient dabei ganz offensichtlich nur als willkommener Grund und gute Rechtfertigung. Davor darf Brüssel nicht weiter die Augen schließen! Orban darf nicht ungestraft davonkommen!

Wir Jusos wollen eine neue Begeisterung für die europäische Idee. Eine europäische Idee, die Demokratie und soziale Gerechtigkeit sichert und Solidarität hochlebt. Dies gilt nach der Krise. Aber ganz besonders gilt dieser Grundsatz in Krisenzeiten wie jetzt. Denn gerade jetzt kommt es auf den Zusammenhalt an!

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